Familien-Wanderung mit Übernachtungen in den Alpen: Vollständiger Leitfaden

Familien-Wanderung mit Übernachtungen in den Alpen: Vollständiger Leitfaden
29. Januar 2025 (10 Minuten Lesezeit)
Mehrere Tage in den Bergen mit Kindern, Rucksack und nur Berghütten als Unterkunft? Die Idee klingt traumhaft, kann aber auch einschüchternd sein. Dennoch ist eine mehrtägige Familienwanderung in den Alpen eine der unvergesslichsten Erfahrungen, die Sie Ihren Kindern bieten können.
Die Zahlen sprechen für sich: In den Alpen gibt es über 300 familienfreundliche Hütten, markierte Wanderwege für Kinder ab 6-7 Jahren und Regionen wie Queyras oder Vercors mit 300 Sonnentagen pro Jahr. Die Bedingungen sind ideal für Ihr erstes Abenteuer mit Übernachtungen.
Aber Vorsicht vor Irrtümern! Wandern mit Kindern erfordert sorgfältige Planung. Von der Auswahl der Etappen, der richtigen Ausrüstung, der Bewältigung von Ermüdung bis hin zu Sicherheitsfragen – es gibt viele Faktoren zu beachten. Glücklicherweise bieten Ziele wie die Haute Maurienne Vanoise 2- bis 7-tägige Routen speziell für Familien an.
In diesem umfassenden Leitfaden geben wir Ihnen alle Schlüssel, um diese schöne Idee in die Realität umzusetzen: empfohlenes Mindestalter, unverzichtbare Ausrüstung, Top-Destinationen von den Nord- bis zu den Südalpen und vor allem praxisbewährte Tipps, damit Ihr erstes Erlebnis ein voller Erfolg wird.
Inhaltsverzeichnis
Warum familienfreundliche Mehrtageswanderungen?
Ein echtes Abenteuer verändert die Familiendynamik. Abseits von Bildschirmen und Alltag entdecken Ihre Kinder die Freude am Wandern, an der Beobachtung der heimischen Tierwelt und am gemeinsamen Erleben authentischer Momente.
Die atemberaubenden Alpenlandschaften bieten einen unvergleichlichen natürlichen Spielplatz. Von Bergseen, Höhenmetern bis zu magischen Orten, die nur zu Fuß erreichbar sind – jede Etappe wird zu einer Entdeckung. Kinder entwickeln Selbstständigkeit, indem sie ihren kleinen Rucksack tragen und lernen, die Natur zu respektieren.
Die Übernachtung in Hütten schafft unvergessliche Erinnerungen. Das Teilen von Schlafräumen, das gemeinsame Essen, das Kennenlernen anderer abenteuerlustiger Familien – diese kollektive Erfahrung stärkt die Familienbande und erweitert den Horizont der Kinder.
Wie bereitet man sich auf eine Mehrtageswanderung vor?
Ab welchem Alter starten mit Kindern?
Ab 6-7 Jahren können Kinder 2-3-tägige Wanderungen ausprobieren. In diesem Alter sind sie in der Lage, 400-600 Höhenmeter pro Etappe zu bewältigen.
Zwischen 8 und 12 Jahren erweitern sich die Möglichkeiten erheblich. Kinder schaffen 4-7-tägige Touren mit Etappen von 10-15 km. Queyras wird dann zu einem idealen Ziel für diese Entwicklung.
Ab 10 Jahren sind auch anspruchsvollere Alpenregionen zugänglich. Sie können Hochalpenhütten und technische Passagen in Betracht ziehen, wobei das Tempo immer an das jüngste Gruppenmitglied angepasst wird.
Unverzichtbare Ausrüstung für Familienwanderungen
Die richtige Ausrüstung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Der Rucksack ist zentral: 35-40 Liter für Eltern, 20-25 Liter für Kinder ab 8 Jahren.
Für die Kleidung gilt die Drei-Schichten-Regel: technische Unterwäsche, Fleece oder Daunenjacke, wasserdichte Außenschicht. Hohe Wanderschuhe schützen die Knöchel auf unebenem Gelände.
Ein Erste-Hilfe-Set ist mit Kindern unverzichtbar: Blasenpflaster, Desinfektionsmittel, übliche Medikamente. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Sonnenbrille nicht vergessen, da die Sonneneinstrahlung in der Höhe stark reflektiert wird.
Kamera für unvergessliche Momente, Stirnlampe pro Person für Sicherheit bei frühen Aufbrüchen oder Verspätungen. Immer Wetter prüfen und Ausrüstung anpassen.
Planung von Etappen und Distanzen
Ideale Tagesdistanzen: 15-20 km je nach Alter und Gelände. Startpunkte bieten oft Wanderungen mit 400-600 Höhenmetern pro Etappe.
Einfache Regel: 4-5 Stunden Gehzeit inklusive Pausen. Kinder gehen langsamer und brauchen Zeit zum Entdecken oder Spielen in der Nähe der Hütten.
Apps wie Iphigénie ermöglichen 3D-Routenplanung und präzise Einschätzung der Schwierigkeiten. Erfahrene Familien planen oft eine kürzere Etappe am dritten Tag, um Müdigkeit auszugleichen und Motivation hoch zu halten.
Beste Ziele in den Alpen
Queyras: 3 leichte Tage mit Kindern
Höchster Regionalpark Frankreichs mit perfekt markierten Wegen für erste Familienwanderungen. 3-4 Stunden pro Tag, Wege ab 6 Jahren geeignet, familienfreundliche Unterkünfte an jeder Etappe.
Klassische Route: Saint-Véran bis Abriès über Refuge de la Blanche. Kinder beobachten Murmeltiere an Bergseen und entdecken Europas höchstgelegene Dörfer.

Der Monte Viso vom Guil-Tal aus gesehen, Hautes-Alpes, France von den Pline
Vanoise: 3 Tage zwischen Hütten und Seen
Drei authentische Hütten erwarten Sie. Start ab Pralognan-la-Vanoise, vorbei an kristallklaren Bergseen: Lac des Vaches, Lac de la Plagne, Refuge de Plaisance.
Kinder bestaunen die Gletscher der Grande Casse. Etappen 2h45 bis 4h im Familienrhythmus, Hüttenwarte teilen ihr Wissen während Picknicks.

Panorama auf den Nationalpark Vanoise von den Adrien Stachowiak
Hautes-Alpes und Haute-Provence
Von Lavendelfeldern zu verschneiten Gipfeln – idealer Einstieg in Familienwanderungen. Trails wie Grès d’Annot: 6 km Entdeckungsreise durch spektakuläre Felsformationen.
Hautes-Alpes: Lac de Saint-Apollinaire für sanfte Einsteigerwanderung, sicher, ideal für Ausrüstungstest.
Einzigartige Unterkünfte: authentische Gîtes, bewachte Hütten mit Écrins-Blick. Anpassbare Etappen ohne Magie der Bergwelt zu verlieren.

Felsiger Berg im Nationalpark Écrins in Frankreich von den PHILIPPE SERRAND
Wo übernachten?
Familienfreundliche Hütten
60 familiengekennzeichnete Hütten bieten gezielte Betreuung für Wanderer mit Kindern. Kriterien: <3 Stunden Gehzeit, angepasste Sanitäranlagen, ausgewogene Mahlzeiten.
Glière-Hütte (Vanoise): 4-Bett-Familienzimmer, Naturaktivitäten. Von Champagny-le-Haut: 1,5 h Aufstieg zu Murmeltieren beim Frühstück.
Écrins: Glacier Blanc Hut mit Terrasse vor Seracs. Hüttenwarte organisieren Geschichtenabende, passen Mahlzeiten an Kinder an. Reservierung über Websites oder Telefon.
Halbpension: ca. 22 € pro Kind vs. 60 € Erwachsener, Picknick möglich.

Die Pointe des Volnets von der Berghütte Refuge de la Glière aus gesehen, Champagny-en-Vanoise, Savoie, Frankreich von den Rémih
Biwak- und Camping-Regeln
Biwak = eine Nacht in leichtem Zelt, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Wildcamping = mehrere Nächte, dauerhafte Einrichtung.
Jeder Park eigene Regeln. Écrins: 19-9 Uhr, >1h von Straße/Hütte. Vanoise verboten außer Nähe Hütten.
Immer Landbesitzer fragen, lokale Vorschriften prüfen. Sommerliche Verordnungen können sensible Zonen zeitweise sperren.
Sicherheit in den Bergen
Wetter & Bedingungen: Wann los?
Juni bis September: optimale Wetterfenster 4 Monate. Stabilisierung ab Mitte Juni, Schneeschmelze, Hüttenöffnung.
Juli/August: längste Tage (bis 15h), höchste Besucherzahl. September: stabileres Klima, angenehm, weniger Besucher.
48h Wettercheck: Météo France 08 92 68 08 08. Nachmittagsgewitter häufig, besonders 14-17 Uhr. Früh starten.
Was tun bei Problemen mit Kindern?
Weinen, Müdigkeit, Widerstand – auch bei gut vorbereiteten Familien. Ruhe bewahren, Ursache finden: Durst, Hunger, Blase, Entmutigung.
Pause zu Entdeckung umwandeln: Spuren, Ratespiele, lokale Legenden. Restetappe in kurze sichtbare Ziele unterteilen: “Zum Felsen, dann zum Wasserfall.”
Wenn ernsthaft, ohne Schuldgefühle umkehren. Besser gute Erinnerungen als Zwang. Notruf: 15 oder 112.
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