Was bedeutet GR beim Wandern? Komplettguide und Tipps

Was bedeutet GR beim Wandern? Komplettguide und Tipps
19. Januar 2026 (8 Minuten Lesezeit)
GR: Drei Buchstaben, die das Herz von Millionen Wanderern höherschlagen lassen. Aber was bedeuten sie genau?
Grande Randonnée – das verbirgt sich hinter diesem mittlerweile legendären Kürzel in der Wanderwelt. Die GR-Wege sind markierte Routen, die es ermöglichen, mehrere Tage oder Wochen zu wandern und dabei abwechslungsreiche Landschaften in ganz Frankreich zu durchqueren.
Seit 1947 und der Entstehung des ersten Abschnitts des GR 3 zwischen Orléans und Beaugency haben sich diese Wege kontinuierlich weiterentwickelt. Heute durchziehen über 65.000 Kilometer GR-Wege das Land, vom berühmten GR 20 auf Korsika bis zum GR 34 entlang der bretonischen Küsten.
Erkennbar an ihren rot-weißen Markierungen bieten die GR-Wege ein Abenteuer, das für alle Leistungsstufen zugänglich ist. Ob Sie nun Anfänger oder erfahrener Wanderer sind – die Funktionsweise zu verstehen, öffnet Ihnen die Tür zu einem unendlichen Entdeckungsgebiet.
Inhaltsverzeichnis
GR beim Wandern: Bedeutung und Definition
GR steht wörtlich für Grande Randonnée. Diese Bezeichnung beschreibt Fußwege, die für mehrtägige oder sogar wochenlange Wanderungen ausgelegt sind.
Die GR-Wege wurden 1947 vom Comité National des Sentiers de Grande Randonnée (CNSGR) eingerichtet, um dem Bedarf gerecht zu werden, der nach Einführung des bezahlten Urlaubs 1936 entstand. Jean Loiseau entwickelte mit Unterstützung des Camping Club de France das charakteristische Markierungssystem.
Die rot-weißen Striche, das unverwechselbare Zeichen der GR, sind 10 cm breit und 5 cm hoch. Diese standardisierte Markierung leitet Wanderer über 65.000 Kilometer offizieller Routen, die von 8.500 engagierten Ehrenamtlichen gepflegt werden.
Die faszinierende Geschichte der GR-Wege in Frankreich
Jean Loiseau, der Pionier der GR
Als Archivar bei der Banque de France entdeckte Jean Loiseau schon 1910 seine Leidenschaft für das Wandern durch die Pfadfinderbewegung. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er die Compagnons Voyageurs und reiste mit Kompass und Karte durch Europa.
Die entscheidende Inspiration kam 1936 aus den belgischen Ardennen. Während eines Camps im Ourthe-Tal entstand die Idee: Warum nicht „große Wanderwege“ in Frankreich schaffen? Mit Unterstützung des Camping Club de France entwickelte er sein revolutionäres Projekt.
1946 entstand die charakteristische rot-weiße Markierung. Am 31. August 1947 wurde der erste Abschnitt des GR 3 zwischen Orléans und Beaugency eröffnet, womit das Comité National des Sentiers de Grande Randonnée gegründet wurde.
1947: Geburt des ersten offiziellen Wanderwegs
Das Projekt nahm konkrete Formen an mit der Gründung des CNSGR am 22. August 1947. Diese Organisation vereinte den Touring Club de France, den Camping Club de France, den Club Alpin Français und mehrere Pfadfinderbewegungen.
Neun Tage später, am 1. September 1947, wurde der erste offizielle Abschnitt eröffnet: 28 Kilometer zwischen Orléans und Beaugency entlang der Loire. Der GR 3 wurde damit der allererste markierte Weitwanderweg Frankreichs.
Im darauffolgenden Jahr entstanden die ersten Abschnitte des GR 1 in der Region Paris, insbesondere zwischen Dammartin-en-Goël und Orry-la-Ville. 1952 war ein symbolisches Jahr mit offiziell erfassten 1.000 Kilometern GR-Wege.
Wie liest man die Markierungen beim Wandern?
Die rot-weiße Markierung der GR
Zwei übereinanderliegende Rechtecke, eines weiß, eines rot: das ist das visuelle Zeichen der Grande Randonnée. Diese Markierungen sind 10 cm breit und 5 cm hoch und wiederholen sich etwa alle 150 Meter an Bäumen, Felsen oder Pfosten.
Die FFRandonnée hat diese Farben nach genauen Standards normiert: Rot RAL 3020 und Weiß RAL 9016. Sie werden in Form von Farbe oder wetterfesten Aufklebern angebracht.
Achtung Falle: Verwechseln Sie diese Markierungen nicht mit den rot-weißen Forstmarkierungen der Holzfäller, die anders geformt sind. Die 8.500 ehrenamtlichen Markierer sorgen dafür, dass die Signale korrekt bleiben, um Fehltritte bei der Erkundung einer Region zu vermeiden.
Symbole und Schilder verstehen
Drei Hauptformen leiten Sie auf dem Weg:
Ein einfacher horizontaler Strich zeigt, dass Sie richtig gehen.
Ein Pfeil mit dem Rechteck signalisiert Richtungsänderung: Folgen Sie der angegebenen Richtung.
Ein rot-weißes Kreuz zeigt ein Verbot an. Kehren Sie sofort zurück, um den richtigen Weg zu finden, oft nur wenige Meter entfernt.
Richtungsschilder an wichtigen Kreuzungen geben Zielorte, Entfernungen und geschätzte Gehzeiten an. In den Bergen sind zeitliche Angaben oft zuverlässiger als Kilometerangaben wegen der Höhenunterschiede.
Manche Regionen fügen eigene Codes hinzu: farbige Dreiecke für Mountainbike, orange Striche für Reiterwege. Konzentrieren Sie sich auf Ihre spezifische Markierung, um Umwege zu vermeiden.

Was ist der Unterschied zwischen GR und GRP?
GR de Pays: gelb-rote Markierungen
Die GR de Pays folgen einem regionalen Ansatz: Sie heben ein zusammenhängendes lokales Erbe hervor, anstatt mehrere Regionen zu durchqueren. Diese Rundwege, erkennbar an gelb-roten Markierungen, erkunden eine homogene geografische Einheit.
Im Gegensatz zu nummerierten GR tragen GRP nur einen aussagekräftigen Namen, z. B. „Tour du Beaufortain“ oder „Grüner Gürtel Île-de-France“. So kann man eine Region in wenigen Tagen intensiv entdecken.
Das gelb-rote Rechteck folgt den gleichen Regeln wie klassische GR: horizontale Striche 10 cm × 5 cm, alle 150 Meter. Die 8.500 Markierer der FFRandonnée pflegen diese 65.000 Kilometer mit derselben technischen Präzision.
PR: Naherholungswege
Ganz anders als die GR, die große Gebiete durchqueren, fokussieren PR (Promenade et Randonnée) auf lokale Erkundungen. Diese Wege erkennt man an gelben Markierungen und sie sind für 1 bis 6 Stunden geeignet.
112.000 Kilometer dieser Wege durchziehen Frankreich, oft in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren: Rathäusern, Tourismusbüros, Naturparks. Ideal für Anfänger oder Familienwanderungen, bieten sie regionales Erbe ohne Übernachtungen.
Der gelbe Strich führt durch thematische Routen: geologische Entdeckung, historische Rundwege, Vogelbeobachtung. Anders als die langen GR-Routen kehrt man immer zum Ausgangspunkt zurück.
Wie viele GR gibt es in Frankreich?
Die wichtigsten GR, die man kennen sollte
Von den 300 Routen in Frankreich stechen einige besonders hervor:
GR 20 durchquert Korsika auf 177 km durch reines Bergland.
GR 34 verläuft 2.090 km entlang der bretonischen Küste.
Der Tour du Mont-Blanc bleibt der absolute Klassiker: 170 km durch drei Länder. Etwas leichter zugänglich, umrundet der GR 58 den Queyras auf 128 km, ideal für alpine Einsteiger.
Vielfalt bietet der GR 5, der den Genfer See mit Nizza auf 600 km Hochgebirge verbindet und drei Nationalparks kreuzt. Geschichtsinteressierte folgen dem GR 70, Stevensons Pfad durch die Cevennen auf 272 km kulturell geschützter Landschaft.
Karten und Ressourcen zur Auswahl
Die Wahl Ihres nächsten GR erfordert zuverlässige Hilfsmittel zur Einschätzung von Schwierigkeit und Vorbereitung:
IGN bietet thematische Pakete mit allen TOP 25 Karten für jeden GR, um Mehrfachkäufe zu vermeiden.
GR @ccess, der Online-Service der FFRandonnée, zentralisiert über 70.000 km Routen mit detaillierten Beschreibungen und Höhenprofilen. Offizielle GPS-Tracks sind ebenfalls verfügbar.
Die Gesamtkarte der GR im Maßstab 1:960.000 zeigt alle französischen Routen. MonGR.fr ergänzt dies durch eine interaktive Karte mit Filteroptionen nach Region, Dauer und Schwierigkeit.

Richtige Ausrüstung für GR-Wege
Das Wandern auf GR erfordert Ausrüstung, die den Besonderheiten der markierten Routen entspricht. Der Rucksack (40–60 Liter) ist das Herzstück, ausreichend für mehrere Tage Autonomie, ohne den Wandkomfort zu beeinträchtigen.
Wanderschuhe sind Ihre direkte Schnittstelle zu oft unwegsamem Gelände. Hohe Modelle mit Vibram-Sohle, zuvor getestet, vermeiden Blasen auf langen Strecken.
Ihr Navigationssystem kombiniert IGN-Karte 1:25.000 mit einer mobilen App und heruntergeladenen GPS-Tracks. Diese Redundanz schützt vor Netzlücken, häufig in Gebirgsregionen. Externe Akkus sind notwendig, um mehrere Tage die Positionsbestimmung aufrechtzuerhalten.
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